Kontaktlinsen vs. Brille

Viele Menschen leiden heute an Problemen mit den Augen. Meist ist eine Kurz- oder Weitsichtigkeit der Übeltäter, der dafür sorgt, dass eine Brille getragen wird. Dass diese auch viele Nachteile mit sich bringt, kennt jeder Brillenträger zur Genüge. Bei Kindern ist es das Hänseln der anderen Kinder, Erwachsene hingegen stören das Beschlagen der Brille im Schwimmbad oder der Sauna und das Rutschen des Nasenfahrrads beim Sport oder anderen alltäglichen Situationen.

Nicht für jeden kommen Kontaktlinsen in Frage

Deshalb wollen viele Menschen ihre Brille durch Kontaktlinsen ersetzen. Doch vor dieser Entscheidung steht in jedem Fall der Gang zum Augenarzt. Denn nicht für jeden sind Kontaktlinsen geeignet. Der Augenarzt muss zunächst überprüfen, ob die jeweilige Erkrankung der Augen auch mit Hilfe von Kontaktlinsen korrigiert werden kann. Außerdem eignen sich nicht für alle Augenformen Kontaktlinsen.

Einige Sehfehler können generell nicht mit einer Brille korrigiert werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine sehr starke Kurzsichtigkeit oder eine starke Verschlimmerung selbiger auftritt. Außerdem können unregelmäßige Krümmungen der Hornhaut für Kontaktlinsen sprechen, genauso wie starke Seitendifferenzen im Brechfehler.

Harte und weiche Kontaktlinsen

Auf dem Markt gibt es derzeit harte und weiche Kontaktlinsen. Die harten Kontaktlinsen werden aus leichtem Kunststoff angefertigt. Dieser bietet eine hohe Durchlässigkeit für den Sauerstoff an, so dass die Kontaktlinsen besonders gut vertragen werden. Auch die Haltbarkeit ist bei dieser Form der Kontaktlinsen besonders hoch. Sie beträgt etwa zwei bis vier Jahre. Ebenfalls lassen sich damit sogar sehr starke Dioptrien-Werte ausgleichen oder eine extrem unregelmäßige Hornhautkrümmung. Die harten Kontaktlinsen sind meist etwas kleiner als die Hornhaut gefertigt und fühlen sich hart an. Der große Nachteil ist, dass harte Kontaktlinsen besonders genau angepasst werden müssen. Auch fühlen sie sich oftmals wie ein Fremdkörper an.

Die weichen Kontaktlinsen hingegen werden aus dem Hydrogel gefertigt. Das Material ist besonders saugfähig, was Wasser angeht. Somit ergibt sich der Nachteil, dass auch viele kleinere Schmutzpartikel mit eingelagert werden können und der Pflegeaufwand sich deutlich erhöht. Die Alternative zu den Hydrogel Kontaktlinsen sind solche Linsen, die aus Silikon gefertigt werden. Diese Kontaktlinsen weisen eine Haltbarkeit von bis zu eineinhalb Jahren auf. Sie sind etwas größer, als die harten Kontaktlinsen, passen sich aber der Augenform ebenfalls sehr gut an. Meist entsteht auch nicht das Gefühl, dass es sich um einen Fremdkörper handelt, so dass der Tragekomfort besser ist. Allerdings kann es hier einfacher zu Komplikationen und Unverträglichkeiten kommen.

Weitere Arten von Kontaktlinsen

Zusätzlich kommen Kontaktlinsen in Frage, die ununterbrochen getragen werden können. Während weiche und harte Kontaktlinsen über Nacht heraus genommen und in einer speziellen Reinigungslösung aufbewahrt werden müssen, können andere Kontaktlinsen eine Woche oder einen Monat ununterbrochen getragen werden. Diese Linsen bringen aber sehr häufig Komplikationen mit sich und werden deshalb nur selten empfohlen.

Empfindliche Menschen und Personen, die stets am Computer arbeiten, sollten hingegen eher auf Einmallinsen setzen oder solche Linsen, die lediglich zwei bis vier Wochen getragen werden. Zudem gibt es noch die Quartals-Kontaktlinsen, die für ein Quartal getragen werden. Dabei handelt es sich um Kontaktlinsen, die besonders gut den Sauerstoff hindurch lassen und einen hohen Wassergehalt aufweisen.

Allergien gegen Reinigungslösungen

Oftmals werden die Kontaktlinsen sehr gut vertragen. Allerdings treten Allergien gegen die Reinigungslösungen auf. Wem diese Probleme auffallen, der sollte zunächst Rücksprache mit dem Arzt halten. Denn erst einmal muss festgestellt werden, gegen welche Bestandteile der Reinigungslösung der Einzelne reagiert.

Außerdem kann auch die Zusammensetzung der eigenen Tränenflüssigkeit verantwortlich für die Probleme sein. Weiterhin kommen hormonelle Veränderungen in Frage. Wenn die Kontaktlinsen Reaktionen hervorrufen, die durch trockene Augen bedingt sind, dann kann die Gabe von Augentropfen helfen.

OK-Linsen

Die OK-Linsen oder Orthokeratologie-Linsen eignen sich für Kurzsichtige. Dabei handelt es sich um eine noch sehr junge Form von Kontaktlinsen, die allerdings nicht ganz unumstritten ist. Die Patienten tragen über Nacht harte Kontaktlinsen, die die vorstehende Hornhaut bei Kurzsichtigen zurück drücken. Tagsüber kommen die Patienten dafür ohne Kontaktlinsen aus, da die Form des Auges verändert wurde. Es können jedoch Druckschäden an der Hornhaut entstehen und spätestens abends kehrt die Kurzsichtigkeit zurück, da das Auge seine bisherige Form zurück gewinnt.

Ein weiteres Problem bei diesen Kontaktlinsen besteht darin, dass sich derzeit nur wenige Ärzte und Optiker damit auskennen. Die OK-Linsen müssen sehr präzise angepasst werden, anfangs sind regelmäßige Kontrollen mehrmals pro Woche notwendig, später erfolgen die Kontrollen quartalsweise. Außerdem ist mit Kosten von etwa 50 Euro pro Monat zu rechnen.

Übernahme der Kosten

Die Kosten für Kontaktlinsen werden nur in seltenen Fällen von den Krankenkassen übernommen. Hierzu zählt beispielsweise die Weitsichtigkeit von mehr als 8,0 Dioptrien. Auch bei einer unregelmäßigen Hornhautverkrümmung kann die Kasse die Kosten tragen, allerdings nur dann, wenn eine 20-prozentige Besserung der Sehstärke im Gegensatz zur Brille zu erwarten ist.

Bei Hornhautverkrümmungen mit gerader Achse können die Kosten ab 3,0 Dioptrien übernommen werden, bei schräger Achse ab 2,0 Dioptrien. Wenn die Brechungsfehler der Augen sich um mehr als 2,0 Dioptrien unterscheiden, ist ebenfalls eine Kostenübernahme möglich.

2 thoughts on “Kontaktlinsen vs. Brille

  • 4. August 2009 at 13:23
    Permalink

    Ich trage meine Kontaktlinsen seit 6 Jahren und muss sagen, dass sie mir mein Leben enorm erleichtern. Ich lebe sehr aktiv, treibe täglich Sport und halte Kontaktlinsen für eine wunderbare Alternative zur Brille.

  • 4. August 2009 at 13:27
    Permalink

    Hallo und willkommen auf dem Blog,

    ja, wenn die Kontaktlinsen die Sehfehler ausgleichen können, dann sind sie wirklich eine Erleichterung. Man muss sich nur erst mal an das Einsetzen gewöhnen.

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