Tod von Kleinkindern: Besonders häufig durch Folgen einer Frühgeburt

Eine neue Studie belegt es: Sterben Kinder unter fünf Jahren, sind die häufigsten Ursachen eine Frühgeburt bzw. deren Folgen. Damit sind Frühgeburten erstmals die häufigste Todesursache für Kinder in diesem Alter. Weltweit sterben mehr als 3.000 Kinder jeden Tag an den Folgen einer Frühgeburt.

Alleine 2013 sind 6,3 Millionen Kleinkinder gestorben, davon 1,1 Millionen an den Folgen der Frühgeburt, wie die Experten in der Fachzeitschrift „The Lancet“ berichten. Der Großteil der gestorbenen Kinder überlebt dabei nicht einmal die ersten vier Wochen. 965.000 der Kinder starben bereits in dieser Zeit.

Die Studie zeigt, dass die Folgen einer Frühgeburt mehr Kindern das Leben kostet, als die Lungenentzündung, an der 935.000 Kleinkinder sterben, oder allgemeine Komplikationen bei der Geburt. Sie führen bei 720.000 Kindern zum Tod, wie die Wissenschaftler rund um Robert Black von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA erklären.

Vorsorge und Versorgung von Frühgeborenen verbessern

Die Mitautorin der Studie, Joy Lawn, die an der London School of Hygiene and Tropical Medicine tätig ist, erklärte, dass die jetzt aufgedeckten Entwicklungen neue Ansätze der Medizin erfordern. Auch die öffentliche Gesundheitsfürsorge muss sich ihrer Meinung nach ändern. Bereits durch die Erfolge, die man im Kampf gegen Infektionskrankheiten erzielt habe, sei bewiesen, dass eine verbesserte Versorgung der Frühchen und die Vorsorge für Frühgeburten die Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern senken könne.

Mittlerweile ist die weltweite Kindersterblichkeit deutlich zurückgegangen. So verstarben im Jahr 2000 noch 76 der 1.000 lebend zur Welt gebrachten Kinder, 13 Jahre später waren es „nur“ noch 46. Diese Fortschritte sind vor allem den folgenden Maßnahmen zu verdanken:

  • Impfschutz wurde verbessert,
  • Malariaschutz wurde verstärkt,
  • Antibiotika und andere Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten wurden eingeführt.

Im gleichen Zeitraum ging allerdings die Kindersterblichkeit von Frühgeburten nur um rund zwei Prozent zurück. Ebenfalls besorgniserregend: Weltweit zeigt sich eine vermehrte Anzahl von Frühgeburten. Derzeit wird fast jedes zehnte Baby zu früh auf die Welt gebracht.

Um geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung von Frühgeburten zu finden, sollen künftig Forschungsprogramme ins Leben gerufen werden, die ermitteln, warum Babys zu früh auf die Welt kommen und wie man dies verhindern kann. Bisher gelten vor allem ein hoher Blutdruck und Fettleibigkeit bei der Mutter als spezielle Risikofaktoren. Aber auch der Einfluss, den Ernährung, Stress, Armut oder Umweltverschmutzung auf die Frühgeburt haben, soll erfasst werden.

Wie viele Frühgeburten gibt es weltweit?

Die Studie hat folgendes Bild ergeben. Wegen einer Frühgeburt sterben in

  • Indien 361.600 Kinder, in
  • Nigeria 98.300 Kinder, in
  • Pakistan 75.000 Kinder, im
  • Kongo 40.600 Kinder und in
  • China 37.200 Kinder pro Jahr.

Prozentual betrachtet, ergibt sich die höchste Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern nach einer Frühgeburt in Mazedonien, wo sie bei 51 Prozent liegt. In Slowenien sterben 47,5 Prozent, in Dänemark 43 Prozent der Kinder an den Folgen einer Frühgeburt. Weltweit liegt der Durchschnitt bei 17,4 Prozent und in Deutschland bei 29,1 Prozent.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie teilte in Berlin mit, dass 2013 in Deutschland etwa 63.000 Frühgeburten zu verzeichnen gewesen sind. Jedes neunte Kind in Deutschland kommt demnach zu früh auf die Welt. Das Risiko erhöht sich durch die immer älter werdenden Mütter und die vermehrten Mehrlingsgeburten nach einer künstlichen Befruchtung. Auch Wohlstandskrankheiten, wie Übergewicht, können zu einem höheren Risiko für eine Frühgeburt führen.

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