Tabletten gegen emotionale Probleme?

Lange Zeit schon halten Forscher es für möglich, das emotionale Probleme auch körperliche Beschwerden auslösen können. Jeder kennt beispielsweise Liebeskummer, der oft mit Übelkeit und Appetitlosigkeit oder Kopfschmerzen einhergeht. Auch Prüfungsangst und Co. können zu solchen körperlichen Anzeichen führen. Jetzt haben Forscher rund um Gregory Webster das Phänomen genauer untersucht und zwar mit dem Medikament Paracetamol, das als eines der am meisten verkauften Schmerzmittel gilt.

Dabei wurden insgesamt 24 Frauen und sechs Männer untersucht. Während die eine Hälfte der Probanden, die übrigens allesamt Studenten waren, mit Paracetamol behandelt worden, erhielt die andere Gruppe Placebos. Täglich wurden morgens und abends 500 Milligramm des Medikaments eingenommen. Die Studenten sollten in einer Art Tagebuch festhalten, ob sie soziale Zurückweisungen, etwa durch schlechte Noten oder eine unfreundliche Geste eines Gegenübers, als schmerzlich empfunden hatten.

Dabei stellte sich heraus, dass die Probanden, die mit Paracetamol behandelt wurden, die soziale Zurückweisung deutlich seltener als schmerzlich empfanden, als die Gruppe, die nur Placebos erhielt. Die Erkenntnisse sollten mit Hilfe eines Hirnscans über den funktionellen Magnetresonanztomografen, kurz fMRT, untermauert werden, was auch gelang. Der Hirnscan zeigte, dass die Region im Hirn weniger aktiv war, die für die Verarbeitung sozialer Zurückweisung verantwortlich ist. Damit zeigt sich, dass seelische und körperliche Probleme häufig in direktem Zusammenhang zueinander stehen.

Dennoch warnen die Forscher davor, das Medikament vorbeugend bei seelischen Problemen einzunehmen. Dafür seien bisher zu wenige Untersuchungen durchgeführt worden. Erklären lassen sich die Zusammenhänge zwischen seelischen und körperlichen Schmerzen überdies anhand der Evolution. So war es früher überlebensnotwendig, einen starken Rückhalt in der Gruppe zu bekommen. Wurde dieser nicht gewährt, so traten körperliche Beschwerden auf, die dafür sorgen sollten, dass man sich mehr bemühte, den anderen Gruppenmitgliedern gerecht zu werden.

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