Gluten-Unverträglichkeit: Keine Chance auf Vermeidung

Die Gluten-Unverträglichkeit nimmt in Deutschland und in allen Industrieländern immer mehr zu. Bisher hatte man gehofft, der Entstehung der Zöliakie entgegen wirken zu können, indem man Kindern bereits frühzeitig Gluten zufüttert. Bereits ab dem vierten bis siebten Lebensmonat sollte man glutenhaltige Lebensmittel mit in den Speiseplan aufnehmen, in der Hoffnung, die Entstehung einer Zöliakie verhindern oder zumindest abmildern zu können. Diese Hoffnungen wurden jetzt enttäuscht, wie zwei Studien belegen, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden.

Was passiert bei Gluten-Unverträglichkeit?

Kommt es zu einer Gluten-Unverträglichkeit, ist häufig auch die Rede von der Zöliakie. Diese betrifft gut ein Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern, wobei die Tendenz seit Jahrzehnten steigend ist. Gemeint ist damit eine Überempfindlichkeit auf Gluten, welches als Klebereiweiß in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt.

Durch die Gluten-Unverträglichkeit kommt es bei Aufnahme von Gluten zu einer Reaktion der Dünndarmschleimhaut. Sie wird geschädigt. Das hat zur Folge, dass Nährstoffe schlechter aufgenommen werden können.

Was sagen die aktuellen Studien zur Gluten-Unverträglichkeit aus?

Die Forscher rund um Carlo Catassi vom Massachusetts General Hospital in Boston untersuchten zur Überprüfung der Ursachen für die Gluten-Unverträglichkeit 700 Kinder in Italien. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder litt unter der Zöliakie, wodurch die Kinder als besonders gefährdet galten. Untersucht wurde, welche Auswirkungen die frühe oder späte Gluten-Einführung in der Ernährung hatte und es ergab sich, dass diese überhaupt keine Auswirkungen mit sich brachte.

Diese Annahme bestätigt auch eine zweite Studie rund um Luisa Marin, die an der Universitätsklinik Leiden in den Niederlanden arbeitet. Hier untersuchte man 1.000 Kinder, die gefährdet waren. Einer Gruppe wurden zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat täglich 100 Milligramm Gluten gefüttert. Die zweite Gruppe erhielt ein Placebo. In beiden Gruppen trat die Zöliakie ab dem dritten Lebensjahr in nahezu gleicher Häufigkeit auf.

Diese Ergebnisse lassen die Vermutung zu, dass die Gluten-Unverträglichkeit genetische Ursachen hat. Durch die frühzeitige Zugabe von Gluten zur Nahrung lässt sich deren Entstehung also entgegen der bisher gemachten Empfehlungen nicht vermeiden oder abmildern.

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