Therapie der Depression mit Beruhigungsmitteln

Ebenfalls kommen bei der Therapie der Depression Beruhigungs- und Schlafmittel zum Einsatz. Sie werden häufig auch als Tranquilizer oder Sedativa bezeichnet. Die Beruhigungsmittel greifen jedoch nicht in den Stoffwechsel im Gehirn ein, der für die Depression mit verantwortlich ist. Somit helfen sie nicht gegen die eigentliche Erkrankung, sondern bestenfalls gegen die Symptome. Typischerweise werden sie bei innerer Unruhe und Angstzuständen verabreicht.

Besonders häufig kommen hierbei die so genannten Benzodiazepine zum Einsatz. Sie helfen insbesondere zu Beginn der Einnahme, indem sie die Angstgefühle bekämpfen. Bei depressiven Personen, die suizidgefährdet sind, können sie die Gefahr eines Suizidversuchs sogar deutlich senken. Allerdings sind die Benzodiazepine auch mit massiven Nebenwirkungen verbunden.

Insbesondere die Abhängigkeit ist hierbei zu nennen. Sie kann bereits nach einer vier- bis sechswöchigen Einnahme eintreten. Werden die Tabletten dann plötzlich abgesetzt, kommt es zu heftigen Entzugserscheinungen. Typische Beispiele dafür sind Angst- und Spannungszustände, sowie eine vermehrte Erregung und starke Träume. Da diese Entzugserscheinungen den Symptomen der Depression ähneln, ist es nicht ganz einfach, sie genau zu erkennen. Für Patienten heißt dies, dass das Absetzen nur langsam, in Form einer verringerten Dosierung möglich wird. Aus diesem Grund sollten die Benzodiazepine auch nicht länger als zwei bis drei Wochen eingenommen werden.

Alternative Neuroleptika

Als Alternative zu den Benzodiazepinen gelten die Neuroleptika. Sie haben bereits sehr gute Wirkungsweisen bei Schlafstörungen, Angstzuständen und Halluzinationen, sowie Wahnvorstellungen gezeigt. Insbesondere beim Auftreten von Wahnvorstellungen in Verbindung mit einer Depression werden die Neuroleptika verschrieben. Allerdings kommt es lediglich bei etwa 15 Prozent der Betroffenen zu Wahnvorstellungen. Aufgrund der guten Wirkungsweise werden Neuroleptika mittlerweile auch bei leichten Depressionen eingesetzt, sie gelten dann als Alternative zu den Benzodiazepinen.

Dennoch kommen selbst die Neuroleptika nicht ganz ohne Nebenwirkungen aus. Diese zeichnen sich durch eine Steifigkeit der Muskeln und Zungenkrämpfe aus. Des Weiteren kann es zum heftigen Zittern der Hände kommen. In seltenen Fällen können Neuroleptika sogar eine Depression fördern, allerdings werden heute vorwiegend Neuroleptika der zweiten Generation eingesetzt, bei denen diese Gefahr noch weiter verringert wurde.

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