Depressionen frühzeitig erkennen

Psychische und psychosomatische Beschwerden haben sich längst zu den Volkskrankheiten schlechthin entwickelt. Sie verursachen massive Kosten durch Krankschreibungen, Frührentner und vieles mehr. Dem stellen sich jetzt die Psychobiologen der Uni Trier unter Leitung von Dirk Hellhammer entgegen. Sie haben das Neuropattern II Set entwickelt, welches einen  Karton mit 16 Röhrchen, einem Fragebogen, einem Mini-EKG und einer Tablette darstellt. Dieser Karton wird vom Hausarzt an die Patienten gegeben, die Speichelproben abgeben, Tests durchführen und den Fragebogen bequem von zu Hause ausfüllen können.

Anschließend geben sie ihn wieder bei ihrem Hausarzt ab, der mit den Ergebnissen der Tests eine entsprechende Diagnose stellen kann. Viele Hausärzte in Deutschland behandeln zwar Depressionen, Stress und das Burnout Syndrom, doch ebenso viele wissen nicht um die Ursachen für diese Erkrankungen. Durch die Tests und Ergebnisse kann der Hausarzt einen individuell auf den Patienten abgestimmten Therapieplan ausarbeiten, der möglichst gute Ergebnisse erzielt.

Eine aktive Unterstützung durch den Patienten ist dabei natürlich notwendig. Sie kann durch einen Onlinezugang zu den verschiedensten Angeboten zur Selbsthilfe sogar noch unterstützt werden. Ebenso können damit Wartezeiten verkürzt werden, die regelmäßig entstehen, wenn eine psychotherapeutische Behandlung angesetzt werden soll.

Laut den Forschern der Uni Trier soll es mit der neuen Methode möglich werden, biologische Signale von Stress, Depressionen und Co. zu messen und sie in Beziehung zu körperlichen Reaktionen zu setzen. Klinisch wurde die Methode bereits ausgetestet, allerdings kommt sie erst jetzt in die Praxis. In Rheinland-Pfalz haben sich mittlerweile 20 Hausärzte gemeldet, die als Ansprechpartner für die Methode dienen wollen.

In Anbetracht dessen, dass jährlich Kosten von 65 Milliarden Euro entstehen, durch Arztbesuche, Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Co. ist es ratsam, solche frühen Erkennungs- und Behandlungsmethoden zu entwickeln. Alleine die Zahl der Frührentner, die aufgrund psychischer Erkrankungen vorzeitig in den Ruhestand gehen, hat sich seit 1993 mehr als verdoppelt. Waren es damals noch 15 Prozent, kam die Zahl 2009 bereits auf 30 Prozent. Ebenso hat sich die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme seit 1990 mehr als verdoppelt.

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