Achtung: Erhöhte Wespen- und Bienengefahr nach mildem Winter

Der letzte Winter war eher milde und so konnten sich Bienen und Wespen entsprechend vermehren. Demzufolge ist die Zahl dieser Insekten in diesem Sommer besonders hoch. Zwar ist der Bienen- oder Wespenstich in aller Regel ungefährlich, doch es gibt auch Ausnahmen.

Wann werden Wespen- und Bienenstiche gefährlich?

Gefährlich werden kann ein Wespen- oder Bienenstich vor allem aus zwei Gründen:

  1. Der Stich ist an einer besonders gefährlichen Stelle erfolgt.
  2. Es besteht eine Allergie gegenüber dem Insektengift.

In ersterem Fall sind vor allem Stiche in den Hals- und Rachenraum zu nennen. Dadurch können die Atemwege zuschwellen und es besteht die Gefahr des Erstickens. Weitaus häufiger kommt es jedoch nach einer Mitteilung des Frankfurter Uni-Klinikums zu systemischen Reaktionen durch Allergiker. Dabei spielt es keine Rolle, wo der Stich sitzt. Jahr für Jahr sterben bis zu 20 Menschen an einem Wespen- oder Bienenstich, wie das Statistische Bundesamt erfasst hat. Wie Dr. Eva Valesky, Oberärztin am Uniklinikum, erklärt, dürfte die Dunkelziffer aber bedeutend höher liegen, da der Stich oft nicht als Todesursache festgestellt werden kann.

Welche Stiche sind gefährlich?

Die systemischen Reaktionen werden auf viele verschiedene Insektenstiche gezeigt. Besonders häufig sind allerdings die Stiche der Honigbienen und der Faltenwespen mit einer solchen Reaktion in Verbindung gebracht worden.

Durch die allergische Reaktion auf den Stich müssen viele Patienten sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Dabei entsteht sogar häufig Lebensgefahr. Entscheidend ist dabei die Reaktion auf den Insektenstich. Ist diese nur örtlich begrenzt, bedarf es in der Regel keiner ärztlichen Behandlung. Das gilt selbst dann, wenn die örtliche Reaktion stärker als üblich ausfällt. Eine systemische Reaktion betrifft dagegen den gesamten Organismus. Hierbei spricht man in der Medizin auch von der Anaphylaxie. Das heißt, dass das Immunsystem auf das Insektengift reagiert. In diesen Fällen muss sofort der Notarzt verständig werden.

Wie verhalten Sie sich nach dem Bienen- oder Wespenstich richtig?

Rund 1,2 bis 3,5 Prozent der Allgemeinbevölkerung dürften laut Angaben des Uniklinikums Frankfurt auf Insektenstiche allergisch reagieren. Das entspricht drei Millionen Deutschen, die von Wespenstichen massiv bedroht sind. „Gesteigerte örtliche Reaktionen“ treten den Angaben zufolge bei mehr als einem Viertel der Patienten auf. Dazu zählen Schwellungen und Rötungen. Diese können mit einem feuchten Umschlag oft gut behandelt werden. In Ausnahmefällen kann sogar eine Cortison-Creme eingesetzt werden. Thermostifte sind für diese stärker ausfallenden örtlichen Reaktionen ebenfalls eine Behandlungsmöglichkeit. Sie geben Wärme ab und neutralisieren so das Insektengift. Dadurch werden das Anschwellen und der Juckreiz minimiert.

Sobald sich jedoch Anzeichen einer wirklichen systemischen Reaktion zeigen, sollte sofort der Notarzt alarmiert werden. Bis dieser eintrifft, sollten Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden, im schlimmsten Fall bis zum Wiederbelebungsversuch. Ist der Notarzt eingetroffen, wird er folgende Maßnahmen durchführen:

  • Schaffen von venösen oder intraossären Zugängen in die Knochenmarkshöhle.
  • Adrenalin, Sauerstoff, Antihistaminika oder andere Mittel können dadurch schneller in den Körper eingebracht werden.

Anschließend ist der Patient zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus zu bringen, wo er intensivmedizinisch überwacht werden kann. Die Ursache für das Problem sollte mit Hilfe einer ausgiebigen Diagnose gefunden werden, um diese bekämpfen zu können.

Wie kann man der Gefahr von Insektenstichen und deren Folgen vorbeugen?

Eine Allergie gegenüber dem Insektengift kann mittels Haut- und Bluttests nachgewiesen werden. Damit lässt sich auch das individuelle Risiko für eine Anaphylaxie feststellen. Ist dieses vorhanden, können Patienten Notfallsets als erste Selbsthilfemaßnahmen mit sich führen. Eine spezifische Immuntherapie durch den Allergologen kann ebenfalls langfristig eingesetzt werden. Sie sollte mindestens über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt werden.

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