Gefährliche Mohnbrötchen?

Wie gefährlich sind Mohnbrötchen? Dieser Frage lohnt es sich auf den Grund zu gehen, nachdem erschreckende Untersuchungsergebnisse bekannt wurden. Denn in Mohnbrötchen können tatsächlich verschiedene Opiate, wie Morphin und Thebain, enthalten sein. Teilweise sind diese Opiate sogar in bedenklich hohen Konzentrationen enthalten, wie jetzt eine Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) in Karlsruhe festgestellt hat. Insgesamt in vier Proben fanden die Forscher sehr hohe Werte dieser Substanzen. Insbesondere Brötchen, die aus australischer Mohnsaat zubereitet werden, stehen im Verdacht, gefährlich und schädlich zu sein. Im Fazit zur Untersuchung hieß es, dass einige opiatreiche Mohnsorten, die eigentlich für die Herstellung von Arzneimitteln angebaut werden, sich nicht für die Verwendung in Lebensmitteln eignen.

 

Mohn enthält Opiate

 

Bisher war lediglich klar, wie es um den Gehalt von Codein, Morphin oder Oripavin, Noscapin und Papaverin in Mohnsamen aussah. Wie allerdings deren Gehalt bei Backwaren mit Mohn aussieht, ist noch nicht genauer untersucht worden. Grund dafür war vermutlich die Schwierigkeit der korrekten Bestimmung etwa des Morphingehalts, weil hier unzählige Faktoren eine Rolle spielen.

Insgesamt haben die Forscher 49 Mohnbackwaren untersucht. In zwölf davon konnten sie hohe Opiat-Gehalte von Thebain entdecken. Bei einer hohen Konzentration könnte von diesem Stoff eine gesundheitsgefährdende Wirkung ausgehen. So weiß man bereits, dass Thebain bei einigen Menschen Krämpfe auslöst. Interessant an den Daten ist auch: Mohnbackwaren, die mit in Europa angebautem Mohn hergestellt wurden, waren von den erhöhten Werten nicht betroffen.

Thebain – gefährlicher Bestandteil von Mohn

Das Thebain wird in der Regel zur Herstellung von Oxycodon verwendet. Dabei ist die Wirkung von Thebain bisher noch nicht hinreichend erforscht. Fakt ist nur: Die akute Toxizität des Stoffes ist weit höher als bei Morphin. Allerdings ähneln sich die chemischen Strukturen von Thebain und Morphin, so dass Forscher bereits davon ausgehen, dass auch Thebain sich im Körper zu Morphin verwandeln könnte. Codein, ein Mono-Methylether von Morphin, könnte den Forscherangaben zufolge bei Schwangeren und Stillenden in die Muttermilch übergehen. Nehmen stillende Mütter dann noch codeinhaltige Arzneimittel ein, könnten sie die Gesundheit des Babys gefährden.

Vier Mohnbrötchen nicht zum Verzehr geeignet

Bei den aktuellen Untersuchungen entdeckten die Forscher insgesamt vier Mohnbrötchen, deren Morphin-Gehalt so hoch ausfiel, dass die Brötchen als „nicht zum Verzehr geeignet“ beurteilt wurden. Drei der vier beanstandeten Brötchen wurden mit australischem Mohn hergestellt. Die Forscher haben die von der EFSA entworfene akute Referenz-Dosis für Morphin herangezogen, um die Proben zu bewerten. Die dort angegebene Dosis pro Tag gilt als noch verträglich.

Im schwersten Fall wurden mehr als sechs Mikrogramm Morphin pro Kilogramm der Probe gefunden. Wenn jetzt ein 15 Kilogramm schweres Kind ein solch belastetes Mohnbrötchen isst, erreicht es damit schon zwei Drittel der Morphin-Dosis, die man in der Humanmedizin als wirksame Dosis zur Linderung schwerer Schmerzen gibt.

Quelle: Apotheke-Adhoc

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