Können Demenzpatienten demnächst länger alleine leben?

Wer an Demenz erkrankt ist, kann derzeit nicht auf Heilung hoffen, denn echte Heilungsmethoden sind der Medizin noch nicht bekannt. Personen, die an Demenz erkrankt sind, benötigen zudem viel Hilfe beim täglichen Leben. Das fängt an bei der täglichen Hygiene bis hin zum Essen oder der regelmäßigen Einnahme benötigter Medikamente. In Zukunft sollen Personen mit Demenz aber auf High-Tech setzen und so länger in den eigenen vier Wänden leben können.

Auf der Cebit in Hannover will die Technische Universität Chemnitz eine entsprechende Technologie vorstellen. Diese soll ohne Kameras auskommen, dafür aber auf der Basis von 3D-Sensoren agieren. Sie soll in der Lage sein, die Patienten nicht nur zu erkennen, sondern sie auch an bestimmte Dinge zu erinnern.

Bereits auf der vom 16. bis 20. März stattfindenden Cebit soll die Technologie vorgestellt werden, die derzeit noch in einer Uni-eigenen Laborwohnung getestet wird. Bisherige Systeme zur Unterstützung von Demenzpatienten haben stets mit Kameras gearbeitet, deren Bilder an eine Zentrale übermittelt wurden. Die Wohnung der Patienten wurde also von außen überwacht. Das neue System kommt ohne Bilder aus, die Privatsphäre wird somit besser geschützt und das Leben in Unabhängigkeit ist für die Betroffenen wesentlich angenehmer.

So funktioniert die neue Technologie für Demenzpatienten

Die neue Technologie soll mit einem Smart-Sensor-Netzwerk arbeiten. Die dort gesammelten Daten verlassen allerdings nicht die Wohnung. Sobald der Patient morgens das Bad nicht benutzt, ertönt ein akustisches Signal als Erinnerungsfunktion. Auch wenn die Patienten zu lange vor dem Fernseher sitzen, werden sie akustisch gewarnt.

Darüber hinaus kann die neue Technologie auch Pfleger und/oder Angehörige informieren. Ebenfalls ist eine Bildübertragung möglich, wenn dies vom Patienten ausdrücklich gewünscht wird. Ziel ist es, die täglichen Aktivitäten zu erfassen und zu analysieren. So kann der Sensor ermitteln, ob die Betroffenen ausreichend trinken oder sich genügend bewegen und auch die Einhaltung der täglichen Hygiene kann überprüft werden.

Zwar kann die High-Tech-Technologie den Kontakt mit Menschen nicht ersetzen, allerdings kann sie den Pflegern und Angehörigen viel Arbeit abnehmen. Wichtig ist jedoch, dass Betroffene den Einsatz der neuen Technologie auch wirklich wollen und nicht einfach damit überrumpelt werden.

Warum ist die Technologie für Demenzpatienten so bedeutend?

Die Technologie sorgt in Fachkreisen für Aufsehen, was auch kein Wunder ist, wenn man sich die Zahlen Betroffener ansieht. Alleine in Deutschland sind 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, weltweit sind es sogar 44 Millionen Menschen. Mit zunehmendem Alter steigt dabei das Risiko, an Demenz zu erkranken und der demographische Wandel zeigt, dass die Zahl der Demenzpatienten in naher Zukunft höchstwahrscheinlich deutlich ansteigen wird.

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft geht bis zum Jahr 2050 davon aus, dass in Deutschland drei Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein werden, das ist die doppelte Zahl von heute. Mögliche Heilungsmethoden sind dabei bisher nicht in Sicht. Jedoch kann eine aktive, möglichst selbstbestimmte Lebensweise den Ausbruch der Erkrankung verzögern, ebenso wie deren Voranschreiten, so dass zusätzliche Technologien, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, von Bedeutung sind.

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