Gefährlicher Alkoholkonsum im Alter

Im Jahr 2015 mussten 14.000 Menschen über 60 Jahren im Krankenhaus wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden. Das zeigt, dass Alkoholkonsum auch und gerade im fortgeschrittenen Alter ein echtes Problem sein kann. Dabei muss sich nicht einmal etwas an den bisherigen Trinkgewohnheiten ändern, sondern lediglich die körperlichen Veränderungen im Alter sorgen dafür, dass einfach weniger Alkohol vertragen wird.

Warum verträgt man im Alter weniger Alkohol?

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. So können die Körperzellen Wasser nicht mehr so gut wie in jungen Jahren speichern. Durch den veränderten Flüssigkeitshaushalt des Körpers führt die früher problemlos zugeführte Menge Alkohol plötzlich zu einer deutlich höheren Konzentration des Blutalkohols. Außerdem wird Alkohol vom Körper nicht mehr so schnell abgebaut wie früher. Grund dafür ist die Leber, die im fortschreitenden Alter langsamer arbeitet. Auch Medikamente, die zunehmend eingenommen werden müssen, vertragen sich nicht mit Alkohol. Deshalb gelten im fortgeschrittenen Alter auch andere Grenzwerte für den Alkoholkonsum. Ab einem Alter von 65 Jahren empfiehlt man einen maximalen Alkoholkonsum von zehn Gramm Reinalkohol pro Tag. Bisher lagen die Grenzwerte bei zwölf Gramm Reinalkohol für Frauen und 24 Gramm für Männer.

Die Empfehlung spricht das amerikanische National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA) aus. Dabei sollten Menschen ab 65 Jahren mindestens an zwei Tagen in der Woche gänzlich auf Alkohol verzichten. Die empfohlenen zehn Gramm Reinalkohol pro Tag entsprechen einem Glas Wein (0,1 Liter) oder einem Glas Bier (0,25 Liter).

Besonders kritisch kann der Alkoholkonsum im Alter jedoch werden, wenn Medikamente mit im Spiel sind. Diese helfen zwar, die Gesundheit zu erhalten, vertragen sich jedoch häufig nicht mit Alkohol. Werden Medikamente und Alkohol zusammen konsumiert, kann dies langfristig zu negativen Folgen für die Gesundheit führen. Nebenwirkungen, die dabei sofort auftreten können, sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen oder
  • Herzrasen.

Zu viel Alkoholkonsum – so erkennen Sie es

Gerade im fortgeschrittenen Alter kann zu viel Alkohol zu massiven gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb sollte man sich überlegen, sein Trinkverhalten zu ändern, auch wenn es über viele Jahre antrainiert wurde. Studien haben ergeben, dass sich eine Veränderung der eigenen Trinkgewohnheiten auch und gerade im Alter positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Typische Anzeichen dafür, dass ein zu hoher Alkoholkonsum vorhanden ist, werden häufig mit klassischen Alterserscheinungen verwechselt. Beispielhaft seien hier

  • vermehrte Stürze,
  • allgemeine Gangunsicherheit,
  • Schwindel und Zittern,
  • Schlafstörungen,
  • Gewichtsverluste,
  • Depressionen und Verwirrtheit zu nennen.

Um festzustellen, ob das Alter oder ein zu hoher Alkoholkonsum verantwortlich ist, sollte man auf weitere Auffälligkeiten achten. Dabei sind folgende Fragen hilfreich:

  1. Gibt es Gedanken darüber, wie man sich immer wieder neuen Alkohol besorgen kann?
  2. Verträgt man mehr Alkohol als früher, hat also schon eine Toleranz gegenüber Alkohol entwickelt?
  3. Fährt man vermehrt Auto trotz Alkoholkonsum?
  4. Musste man bereits Verabredungen absagen, weil man tags zuvor zu viel getrunken hat?

Welche Folgen hat ein zu hoher Alkoholkonsum im Alter?

Die gesundheitlichen Folgen eines zu hohen Alkoholkonsums im Alter sind vielfältig. Beispiele dafür sind:

  • Geistige und körperliche Leistungsfähigkeit nehmen ab
  • Bluthochdruck und Schwindelanfälle treten auf
  • Übergewicht entsteht
  • Erkrankungen der Leber oder der Herzmuskeln entstehen
  • Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) oder der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) treten auf
  • Krebsrisiko kann sich erhöhen

Das Risiko für diese Krankheiten erhöht sich noch weiter, wenn der zu hohe Alkoholkonsum mit weiteren Grunderkrankungen, wie Diabetes oder Übergewicht einhergeht, wenn die Betroffenen rauchen oder Medikamente einnehmen.

Quelle: BZgA

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