Parodontose heilen – geht das?

Parodontose, fachlich korrekt Parodontitis, ist eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnfleischs. Um sie zu heilen, müssen die entzündlichen Prozesse im Zahnhalteapparat eingedämmt werden, damit diese im Laufe der Zeit komplett ausheilen können. Um weiteren Erkrankungen vorzubeugen, ist es zudem erforderlich, an die Heilbehandlung eine Prophylaxe-Behandlung anzuschließen. Doch bevor der behandelnde Zahnarzt mit dem Heilen der Parodontose beginnen kann, muss ein umfangreiches Parodontal-Screening durchgeführt werden.

Die ersten Schritte auf dem Weg zur Heilung der Parodontose

Dafür wird zunächst der genaue Schweregrad der Parodontose ermittelt. Wichtig ist hierbei, dass nicht nur die Tiefe der Zahnfleischtaschen berücksichtigt wird, sondern auch, wie weit sich die Erkrankung bereits ausgebreitet hat. Eine Überprüfung des Zahnputzverhaltens der Patienten ist ebenso erforderlich wie die Analyse der allgemeinen Mundhygiene.

Zahnimplantat
© crevis – Fotolia.com

In einem ersten Schritt wird das Zahnfleisch, auch Gingiva genannt, mit bloßem Auge betrachtet. Hier können Entzündungen und krankhafte Prozesse oft schon an der Färbung des Zahnfleisches erkannt werden. Vielfach zeigt sich gesundes Zahnfleisch rosig, hell und gut durchblutet. Verfärbt es sich dunkler, so kann dies ein Hinweis auf Probleme mit dem Zahnfleisch sein.

Schritt zwei misst die Ausdehnung und die Tiefe der vorhandenen Zahnfleischtaschen. Dafür wird eine Messsonde, die skaliert und sehr schmal ist, am Zahn in die Zahnfleischtaschen eingeführt, und zwar zwischen Zahnfleisch und Zahnsubstanz. Dadurch kann ein Screening-Index erhoben werden. Unterscheiden kann man dabei zwischen verschiedenen Screening-Indizes, wobei der Parodontal Screening Index, kurz PSI, am häufigsten in der Praxis angewendet wird.

Bei diesem wird der Mittelwert der Taschentiefen  für einen Gebissquadranten ermittelt, wobei Messungen nur an einem Zahn durchgeführt werden. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, die Tiefe und Ausdehnung der Zahnfleischtaschen an allen Zähnen auszumessen. Sie ist natürlich wesentlich genauer.

Insgesamt werden sechs Messwerte pro Zahn erhoben. Stellt sich dabei heraus, dass eine sehr stark ausgebreitete Parodontitis vorliegt, so kann eine Röntgenaufnahme sinnvoll sein. Hierbei kann der Knochenzustand insgesamt begutachtet werden und zusätzlich lässt sich eine Prognose abgeben, wie gut das Heilen der Parodontose anschlagen wird.

Das Heilverfahren

Auch beim Parodontose heilen lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen, insgesamt gibt es drei von ihnen. Angeschlossen werden sollte in jedem Fall eine mehrjährige Prophylaxe-Phase. Die drei Phasen ergeben sich aus der

  1. Diagnose
  2. Geschlossenes Verfahren
  3. Offenes Verfahren

Im Rahmen der ersten Phase wird die Entscheidung für das geschlossene oder offene Verfahren getroffen. Danach beginnt die eigentliche Behandlung, die sich wiederum in mehrere Schritte unterteilt:

  1. Grundmaßnahmen: Kürettage/Professionelle Zahnreinigung
  2. Entfernung der Ablagerungen unter dem Zahnfleischrand
  3. Chirurgische Öffnung des Zahnfleischs zur genaueren Belagentfernung

Diese drei Schritte werden wir in den kommenden Tagen näher beleuchten.

Erste Hilfe gegen Parodontitis:

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