Zahngesundheit: Deutsche Labortechnik geht an Entwicklungsländer

In den Entwicklungsländern kommt vor allem der Förderung der Bildung eine wichtige Rolle zu. Natürlich muss der Schwerpunkt dabei auf das Erlernen des Lesens und Schreibens gelegt werden. In den afrikanischen Ländern zählen sich auch im 21. Jahrhundert noch mehr als ein Drittel aller Menschen zu den Analphabeten. In Südasien können knapp 30 Prozent der Menschen nicht lesen und schreiben. Auch in den arabischen Staaten bestehen bei der Allgemeinbildung noch erhebliche Lücken. Hier liegt der Anteil der Analphabeten bei knapp 20 Prozent und betrifft vor allem Frauen. In Europa und Zentralasien sieht es ganz anders aus. Aber auch dort können im Gesamtdurchschnitt zwei von hundert Einwohnern nicht lesen und schreiben.

Universitäten und Hochschulen müssen besser ausgestattet werden

In den Ländern mit den schlechtesten Werten gibt es parallel gravierende Mängel bei der Gesundheitsversorgung. Auch hier liegt eine der Ursachen in den Lücken, die im Bildungssystem klaffen. Zwar gibt es an den Universitäten gute Professoren, aber oftmals fehlen geeignete Ausstattungen, mit denen das Wissen vermittelt werden kann. Hier spielen inzwischen einige deutsche Unternehmen als Lieferanten eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die auf zahntechnische Labortechnik spezialisierte Karl Kolb GmbH & Co. KG mit Sitz in Dreieich, die beispielsweise 70 Laborplätze für Studenten in der ägyptischen Universität in El Gouna eingerichtet hat. Die Dreieicher Laborspezialisten engagieren sich außerdem in zahlreichen Organisationen zur Förderung von Entwicklungsländern. Dazu gehören GHORFA, der Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft, NUMOV und die German-Arab-Association, kurz GAA. Darüber können auch Regionen gefördert werden, die erhebliche Schäden durch Kriegsereignisse genommen haben. Ein Beispiel ist die Förderung der Universität in Bagdad im Irak.

Warum ist die Förderung der Zahnmedizin so wichtig?

Hier reicht ein Blick in die Nachrichten, die aus den Entwicklungsländern veröffentlicht werden. Dort sind immer wieder auch jüngere Menschen zu sehen, denen die Zähne zu erheblichen Teilen oder komplett fehlen. Eine Versorgung mit Zahnersatz gibt es vor allem außerhalb der größeren Städte dort praktisch nicht. Dazu kommt, dass vielerorts nicht einmal die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen sichergestellt werden kann. Bei einem Vitaminmangel droht Skorbut. Bekannt wurde diese Mangelerkrankung mit Zahnverlust in Europa vor allem zu Beginn der Seefahrt. Dort ist sie nahezu ausgemerzt, aber in den Entwicklungsländern ist Skorbut auch heute noch weit verbreitet. Außerdem verlieren die Menschen dort ihre Zähne vorzeitig, beispielsweise durch Infektionen, die durch kontaminiertes Trinkwasser verursacht werden.

Kranke und fehlende Zähne bergen zahlreiche Risiken

Die durch Zahnschäden möglichen Folgekrankheiten sind sehr vielfältiger Natur. Bleiben beispielsweise Abszesse im Kiefer unbehandelt, können sich die Erreger in den gesamten Körper ausbreiten. Dann droht eine Blutvergiftung, die ihrerseits zum Tod des Betroffenen führen kann. Das heißt, Zahnerkrankungen tragen allein schon dadurch zur niedrigen Lebenserwartung in den Entwicklungsländern bei. Hinzu kommt, dass der menschliche Verdauungstrakt die in der Nahrung vorhandenen Nährstoffe nur dann optimal aufnehmen kann, wenn die Nahrung von den Zähnen gut zerkleinert wurde. Das größte Risiko für Mangelerkrankungen besteht also dann, wenn erhebliche Zahnschäden mit einem zu niedrigen Nahrungsangebot zusammentreffen. Genau das ist in den Entwicklungsländern der Fall.

Doch dort gibt es noch ein weiteres Problem, welches sich äußerst negativ auf die Zahngesundheit auswirkt. Viele Haushalte haben lediglich offenes Feuer als Kochgelegenheit. Die Folge ist, dass viele Nahrungsmittel nur unzureichend oder überhaupt nicht durchgegart werden können. Der Verzehr von rohen oder halbrohen Speisen beansprucht die Zähne mechanisch deutlich stärker als vollständig gegartes Essen. Außerdem steigen durch den Rohverzehr von Fleisch und Fisch in den Entwicklungsländern durch die schlechten hygienischen Bedingungen die Infektionsrisiken. Fazit: Dort kommt der schnellen Ansiedelung von gut ausgebildeten und hochwertig ausgestatteten Zahnärzten eine genauso große Bedeutung zu wie der Sicherstellung von Impfungen, einer allgemeinmedizinischen Grundversorgung, der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und der Bekämpfung des Hungers.

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