Multiple Sklerose – diese Verlaufsformen gibt es

Die Multiple Sklerose (MS) gehört zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems. Im Verlauf der Erkrankung werden Nervenstrukturen zerstört. Dabei wird bei Multipler Sklerose in verschiedene Verlaufsformen unterschieden, die Betroffene kennen sollten.

  1. Schubförmig-remittierende Verlaufsformen
  2. Primär-chronisch-progrediente Verlaufsformen
  3. Sekundär-chronisch-progrediente Verlaufsformen

Schubförmig-remittierende Verlaufsformen bei Multipler Sklerose sehr häufig

Zwar verläuft die MS oder auch Encephalomyelitis disseminata grundsätzlich von Patient zu Patient unterschiedlich, doch in den allermeisten Fällen beginnt die Erkrankung schubförmig. Das heißt, dass die Symptome sehr plötzlich einsetzen und eine erkennbare Ursache fehlt. Nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten können sich die Symptome zurückbilden. Um den akuten Schub möglichst kurz zu halten, ist es ratsam, eine Kortisonstoßtherapie einzuleiten. Zwischen zwei Schüben können mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre vergehen.

Die primär chronisch-progrediente Verlaufsform der MS

Bei dieser Verlaufsform nehmen die Beeinträchtigungen im Alltag kontinuierlich zu. Schübe können nicht eindeutig abgegrenzt werden, es findet keine Erholungsphase mehr statt. Häufig kommt die primär chronisch-progrediente Verlaufsform der MS bei Patienten vor, die erst spät (ab etwa 40 Jahren) erkranken. Die primär chronisch-progrediente Verlaufsform der MS kann zudem mit aufgesetzten Schüben auftreten.

Die sekundär chronisch-progrediente Verlaufsform bei Multipler Sklerose

In der Regel wird diese Verlaufsform früher oder später sehr viele MS-Patienten treffen. Zu Beginn der Erkrankung tritt die MS in Schüben auf. Wenn sich die Beeinträchtigungen aus den Schüben nicht mehr vollständig zurückbilden, sich stattdessen immer weiter ausweiten, auch unabhängig von einem Schub, spricht man von der sekundär chronisch-progredienten Verlaufsform bei MS. Häufig tritt diese etwa zehn bis 15 Jahre nach der Ersterkrankung auf, wobei sich der genaue Zeitpunkt nicht vorhersagen lässt. Es gibt mittlerweile einige Medikamente, die das Auftreten der sekundär chronisch-progredienten Verlaufsform bei Multipler Sklerose hinauszögern können.

Diese Faktoren können Schübe bei MS auslösen

Fakt ist, dass Schübe der MS durch verschiedene Faktoren begünstigt werden können. So kommt es häufig nach einer Infektion, wie einer Grippe oder einem Virus-Infekt des Magen-Darm-Trakts zu einem Schub. Verringert wird die Schubwahrscheinlichkeit während einer Schwangerschaft. Gut zwei Jahre später ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, einen neuen Schub zu erleiden, wieder auf dem gewohnten Maß.

Prognose bei Multipler Sklerose

Generell können MS-Erkrankungen in einen günstigeren oder ungünstigeren Verlauf unterteilt werden. Wenn zu Beginn der Erkrankung nur ein Symptom auftritt, statt mehrere, spricht dies für einen milderen und günstigeren Krankheitsverlauf. Auch eine eher kurze Dauer der Schübe lässt eine positive Prognose zu. Gleiches gilt, wenn Symptome, wie Sehstörungen, Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln beschrieben werden. Ebenfalls sprechen lange beschwerdefreie Zeiten zwischen den einzelnen Schüben für einen eher positiven und milden Verlauf der MS. Dies trifft auch auf Patienten zu, bei denen sich die Symptome aus dem Schub anschließend wieder vollständig oder größtenteils zurückbilden. Für günstige und milde Multiple Sklerose Verlaufsformen sprechen auch geringe Behinderungsgrade binnen fünf Jahren nach Ersterkrankung. Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen, die nicht zu Beginn der Erkrankung auftreten, sind ebenso positiv zu werten, wie ein eher früher Krankheitsbeginn (vor dem 35. Lebensjahr).

Treten dagegen gleich mehrere Beschwerden zu Beginn der Erkrankung auf, weisen diese auch noch auf eine Schädigung des Kleinhirns hin (z. B. unsicherer Gang, Sprachstörungen, Lähmungen, Bewegungsstörungen, Zittern von Händen und Armen usw.), spricht dies für einen eher ungünstigen MS Verlauf. Auch lang anhaltende Schübe und eine schlechte Rückbildung der Symptome nach dem Schub sind Hinweise auf einen eher ungünstigen Verlauf. Entzündungen und Narben, die schon bei Beginn der Erkrankung im MRT gut sichtbar sind, können ebenfalls auf einen ungünstigen Verlauf hinweisen.

Quelle: MSK

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