Europäische Impfwoche startet am 24. April

Bereits zum zwölften Mal findet vom 24. bis 30. April 2017 die Europäische Impfwoche statt. In diesem Jahr steht das Großereignis unter dem Motto „Impfungen wirken“. Ziel der Europäischen Impfwoche, die von der WHO ins Leben gerufen wurde und in Deutschland unter anderem vom Robert-Koch-Institut unterstützt wird, ist es, die Bevölkerung verstärkt auf die Bedeutung von Impfungen hinzuweisen – und zwar in jeder Lebenslage.

Wie ist es um den Impfschutz in Deutschland bestellt?

Die deutschen Impfquoten sind im Allgemeinen recht gut, dennoch gibt es verschiedene Bevölkerungsschichten, bei denen die Impfquoten nicht ausreichend sind. So liegen die Deutschen unter dem europäischen Durchschnitt, wenn es um die Impfungen gegen Masern im Kindesalter  oder gegen die Grippe bei Senioren geht. Auch die Impfquoten gegen die Humanen Papillomviren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können, sind bei jungen Mädchen noch immer auf einem zu geringen Niveau.

Mit Hilfe der Europäischen Impfwoche soll deshalb die Möglichkeit geboten werden, an verschiedenen Stellen auf die Bedeutung des richtigen Impfschutzes aufmerksam zu machen. Entsprechende Aktionen werden auf Länder-, Kreis- und Kommunenebene durchgeführt und verdeutlichen, welchen Schutz der richtige Impfstatus versprechen kann.

Europäische Impfwoche macht auf mangelnde Masern-Impfungen aufmerksam

Insbesondere die geringe Impfquote gegen Masern macht selbst Gesundheitsminister Hermann Gröhe zu schaffen. So wird in Deutschland zu oft zu spät gegen die Masern geimpft. So ergeben aktuelle Zahlen, dass weniger als 75 Prozent der Kleinkinder aus dem Geburtsjahrgang 2013 am Ende des zweiten Lebensjahres zwei Mal gegen Masern geimpft waren. Dabei sieht die Ständige Impfkommission (STIKO) diese zweimalige Impfung bis zum Ende des zweiten Lebensjahres als sinnvoll an. Zudem müsse man eine Impfquote von mindestens 95 Prozent in der gesamten Bevölkerung erreichen, um die Masern effektiv auszurotten.

Lothar H. Wieler, Präsident vom Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte in diesem Zusammenhang, dass bei rund 180.000 Zweijährigen Jahr für Jahr ein ausreichender Schutz gegen die Masern mehr als ungewiss sei. Dieser Zustand ist laut RKI-Präsident Wieler „unhaltbar“.

Zahl der Masern-Infektionen nimmt drastisch zu

Die Bedeutung dieser geringen Impfquote zeigt sich auch anhand der Masern-Infektionen. Wurden 2016 325 Fälle im gesamten Jahr gemeldet, liegen 2017 bereits Meldungen zu 410 Fällen vor. Die STIKO empfiehlt daher allen Menschen, die nach 1970 geboren und in der Kindheit nicht oder nur einmalig geimpft worden sind, den Impfschutz aufzufrischen. Die Europäische Impfwoche 2017 bietet dafür die ideale Gelegenheit.

Eine Verbesserung der Impfquoten hat sich zwar dank des 2015 eingeführten Präventionsgesetzes ergeben, doch ausreichend ist die Impfquote in Deutschland gegen Masern noch nicht. Das Gesetz sieht vor, dass Kinder vorübergehend vom Besuch einer Kita oder einer Schule ausgeschlossen werden können, wenn sie keinen ausreichenden Impfschutz aufweisen. Zudem müssen Eltern vor dem Eintritt des Kindes in die Kita eine Impfberatung durch den Hausarzt nachweisen.

Quelle: Robert-Koch-Institut

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