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MCR-1: Gen für Antibiotika-Resistenz verantwortlich

Antibiotikaresistente Keime gelten heute als Schrecken unserer Zeit. Immer wieder werden neue Keime dieser Art entdeckt, jetzt auch einer, welcher erst Ende 2015 in China ermittelt, aber auch schon in Deutschland gefunden wurde. Forscher haben erstmals in Bakterienproben von Menschen ein Gen entdeckt, welches auch gegen das Notfall-Antibiotikum Colistin resistent ist. Das für die Resistenz verantwortliche Gen wurde als MCR-1 benannt. Bei Nutztieren ist es weit verbreitet.

Warum ist MCR-1 so bedeutend?

Bisher haben Mediziner das Notfall-Antibiotikum Colistin bei multiresistenten Keimen eingesetzt. Bei ihnen halfen die verbreiten Antibiotika bereits nicht mehr. Wenn auch Colistin nicht mehr hilft, steigt die Gefahr einer nahezu aussichtslosen Behandlung der Patienten weiter an, wie jetzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) berichteten.

Zusätzlich haben die Forscher herausgefunden, dass das Resistenz-Gen MCR-1 zwischen unterschiedlichen Bakterienstämmen übertragbar ist. Damit ist das Gen noch gefährlicher, als die bisher bekannten Verantwortlichen für Colistin-Resistenzen. Das Gen kann von eher harmlosen Darmbakterien problemlos auf Krankheitserreger übergehen, so dass die Behandlung dieser deutlich erschwert, wenn nicht gar aussichtslos wird.

Erste Forscher haben bereits gewarnt, dass es zu einer „ausweglosen Situation“ bei der Behandlung kommen kann, wenn noch weitere Resistenzen gegen Antibiotika hinzukommen. Insbesondere Darmbakterien soll das Gen MCR-1 gegen Antibiotika resistent machen.

MCR-1 Gen schon seit 2011 in Deutschland

Das Colistin gilt als sehr altes Medikament. Nach Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) kam es in den vergangenen Jahren wieder häufiger zum Einsatz. Es stellte häufig die „letzte verbliebene Therapieoption“ dar, um Krankheiten zu behandeln, die auf herkömmliche Antibiotika nicht mehr reagierten. Nach dem Fund des Gens bei Menschen und Tieren in China wurden auch deutsche Proben von Colistin-resistenten Bakterien gezielt auf das Gen MCR-1 hin untersucht.

Die Forscher haben dabei herausgefunden, dass das Gen bereits seit 2011 in Deutschland vorkommt. Allerdings ist bisher unklar, wie weit es verbreitet ist und ob es sich zwischen Mensch und Tier überträgt bzw. in welcher Richtung die Übertragung erfolgt. Jetzt wollen die Forscher auch noch ältere Proben untersuchen.

Quelle: Focus

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