Schmerzende Gelenke und Muskeln – Ursachen und Hilfe

Schmerzende Gelenke und Muskeln sind wahrhaft keine Seltenheit und mit zunehmendem Alter ist fast die Hälfte aller Menschen davon betroffen. Erste Anzeichen treten bereits in den Mittvierzigern oder sogar schon früher auf. Gelenkschmerzen sind häufig auf Verschleiß, also Abnutzungserscheinungen zurückzuführen, hierbei sprechen die Mediziner von Arthrose. Welche Ursachen für schmerzende Gelenke und Muskeln verantwortlich sind, soll im Folgenden kurz erläutert werden.

Ursachen und mögliche Erkrankungen bei Gelenkschmerzen

Die unterschiedlichsten Ursachen können für schmerzende Gelenke verantwortlich sein, die am meisten auftretenden sind

  • Gelenkabnutzung (Arthrose der Gelenke),
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis),
  • Bakterielle Gelenksentzündung (bakterielle Arthritis),
  • Borreliose (Lyme-Arthritis),
  • Begleitende Gelenkentzündungen während und nach Infektionen,
  • Gelenkentzündung bei
    • Morbus-Reiter,
    • Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis),
    • Morbus Bechterew,
  • Rheumatoide Arthritis,
  • Gicht bzw. akuter Gichtanfall,
  • Rheumatisches Fieber,
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE, Schmetterlingsflechte),
  • Gelenkentzündung mit Sarkoidose (Löfgren-Syndrom) und
  • Gelenkblutung bei Gerinnungsstörungen.

Manchmal gehen die Gelenkschmerzen von allein zurück oder eine Linderung wird mit einfachen Hausmitteln erzielt. Allerdings sollte auf die begleitenden Symptome geachtet werden, wie

  • Fieber,
  • angeschwollenes Gelenk,
  • Gelenkschmerzen, wodurch Einschränkungen der Beweglichkeit des Gelenks auftreten und
  • Hautrötung in der Region des schmerzenden Gelenks.

Halten diese Symptome länger als drei Tage an, tritt eine Verschlimmerung auf oder greifen sie auf andere Gelenke über, so sollte der Arzt aufgesucht werden.

Gelenkschmerzen – Was kann man selbst tun?

Aber auch selbst kann man einiges tun, um schmerzenden Gelenken den Kampf anzusagen. Wer unter Übergewicht leidet, sollte dieses abbauen, denn jedes Kilo zusätzlich begünstigt den Gelenkverschleiß. Durch regelmäßiges Ausdauertraining werden Muskeln und Gelenkknorpel gestärkt, besonders schonend für die Gelenke sind hierbei Radfahren und Schwimmen. Ebenfalls können die Knochen durch ein regelmäßiges Krafttraining, wie mit Seilhüpfen und Gewichtheben, gestärkt werden. Einseitige Belastungen sollten möglichst vermieden werden, wie etwa schwere Schultertaschen zu tragen. Ebenfalls sollten psychische Belastungen soweit möglich reduziert und für einen Stressausgleich gesorgt werden. Denn wird die Seele belastet, kann das auch Schultern, Gelenke und Co. drücken. In der TCM werden schmerzende Gelenke mit Akupunktur behandelt, hierfür sollte ein erfahrener Therapeut aufgesucht werden.

Ursachen und mögliche Erkrankungen bei Muskelschmerzen

Muskelschmerzen treten oftmals durch Überanstrengung, Fehlbelastung oder nach einer Verletzung auf. Ebenso können Infektionskrankheiten schmerzende Muskeln verursachen, wie beispielsweise eine Grippe. Eher seltener sind andere Erkrankungen, wie unter anderem des Skeletts, Immun- oder Nervensystems für die Schmerzen verantwortlich. Auslöser können sogar einige Medikamente sein. Die häufigsten Ursachen schmerzender Muskeln sind

  • Muskelkrämpfe,
  • Muskelverletzungen,
  • Muskelverspannungen,
  • Muskelerkrankungen (hierbei wird in entzündliche und nicht entzündliche Krankheiten unterschieden),
  • Krankheiten des
    • Skeletts oder anderer Organe,
    • Zentralen Nervensystems,
  • Medikamente (wie Mittel zur Senkung des Cholesterinwertes, wobei oftmals Statine eingesetzt werden) und
  • Giftstoffe (wie Alkohol und Heroin).

Schmerzende Muskeln sind in den meisten Fällen als harmlos einzustufen und können selbst behandelt werden, wie beispielsweise bei Krämpfen, Zerrungen oder Muskelkater. Meistens unternimmt der Körper die Selbstheilung, ohne dass Schäden zurück bleiben. Selbst Muskelfaserrisse heilen von selbst, sofern die Muskulatur genügend geschont wird. Dann kann es auch nicht zu dauerhaften Funktionseinschränkungen oder Vernarbungen kommen.

Ist die Ursache der schmerzenden Muskeln nicht bekannt oder halten die Beschwerden über mehrere Wochen an, dann sollte der Arzt konsultiert werden. Dann kann nämlich auch eine ernste Erkrankung für die Schmerzen verantwortlich sein. Ebenfalls sollte der Arzt aufgesucht werden, wenn der Verdacht besteht, dass ein Muskel- oder Muskelfaserriss vorliegt. Bei der Untersuchung stellt der Arzt fest, wie weit der Riss des Muskels ist und ob dieser intensiver medizinisch behandelt werden muss oder sogar eine Operation notwendig wird, was jedoch nur sehr selten der Fall ist.

Muskelschmerzen – Was kann man selbst tun?

Um schmerzenden Muskeln vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil zu empfehlen, der viel Bewegung, Entspannung und eine gesunde Ernährung beinhaltet. Mit einem ausgewogenen Magnesiumhaushalt kann man Muskelschmerzen vorbeugen, gute Lieferanten sind hierbei

  • Gemüse (z.B. Kartoffeln und Sojabohnen),
  • Getreideprodukte aus Vollkorn,
  • Fisch,
  • Geflügel,
  • Orangen,
  • Beerenobst und
  • Bananen,

um nur einige zu nennen. Vor sportlichen Aktivitäten sollten Aufwärm- und Dehnübungen stehen. Eine Überforderung der Muskulatur ist zu vermeiden und an neue Belastungen sollte sie langsam gewöhnt werden.

Bei akuten Muskelschmerzen können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Muskelverletzungen benötigen Schonung und Ruhe
  • Kühlung des schmerzenden Muskels für etwa 15 Minuten (z.B. mit Eisbeutel oder in einem Handtuch eingewickelten zerkleinerten Eiswürfeln)
  • Sofort kühlen und die betroffenen Gliedmaßen hoch lagern, wenn der Verdacht auf einen Muskel- oder Muskelfaserriss besteht

Sind die Muskelschmerzen bereits chronisch, dann können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Wärme verschafft Linderung, beispielsweise mit einem
    • Saunabesuch,
    • Bäder mit Kräutersalzen,
    • Warme Güsse (mit einem Wasserstrahl für zehn bis 15 Minuten auf den Schmerzpunkt zielen)
    • Wärmepflaster,
    • Wärmeumschläge,
    • Wärmestrahler,
    • Heizkissen,
    • Feuchtwarme Kompressen,
    • Wärmepackungen (beispielsweise Fango)
  • Sportliche Aktivitäten, wie
    • Radfahren,
    • Kraul- und Rückenschwimmen,
    • Walking und Laufen auf weichem Untergrund
  • Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training)
  • Selbst massieren bei verspanntem Nackenbereich
  • Abbau von Stress
  • Richtige Sitzhaltung am Arbeitsplatz
  • Auf entkleidete Haut sollte kein ungewohnter und starker Luftzug treffen

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